Geschichts- und Kulturverein
Limeshain e.V.

Limeshain ist die einzige Kommune, die den römischen Grenzwall im Namen führt

Der Limes ist Deutschlands jüngstes Weltkulturerbe und die Limeshainer sind stolz darauf, an und mit diesem Denkmal zu leben.

Der Obergermanisch-Raetische Limes wird zusammen mit dem Hadrianswall in England, der schon seit 1987 Weltkulturerbe ist, künftig die beiden Teilabschnitte eines „Transnationalen Weltkulturerbes“ bilden. Es soll einmal unter dem Namen „Grenzen des Römischen Reichs“ („Roman Frontiers“) mehr als zwanzig Staaten entlang aller Außengrenzen des Imperium Romanum umfassen.  

Was jetzt durch die UNESCO zum „Kulturerbe der Menschheit“ ernannt wurde, hat der Geschichts- und Kulturverein Limeshain e.V. (GKL) schon frühzeitig erkannt. Der Limes ist in der Limeshainer Gemarkung noch sehr gut im Original erhalten und verdient allein dadurch eine besondere Beachtung. Schon vor Bestehen des Vereins gründete sich aus dem Bewusstsein der Bevölkerung heraus eine Lokale-Agenda-Gruppe "Limes", die später in den Verein überging. Hiermit verfolgte man große Ziele, insbesondere den Bau eines steinernen Wachturmes, wie es ihn vor etwa 1800 Jahren schon zur Zeit der Römer hier gab. Diese Aufgabe begann schon vor vielen Jahren in enger Zusammenarbeit mit der Kreisarchäologie in Friedberg. Mit den neu gesetzten Impulsen hofft der GKL nun auf Sponsoren, die jedoch in Zeiten knapper Kassen nur schwer zu finden sind. Neben diesem Ziel sollte der Limes als Namensgeber der Gemeinde weiter bekannt gemacht werden. Immerhin ist Limeshain die einzige Gemeinde, die den römischen Grenzwall im Namen führt. Während der Gebietsreform in den 1970er Jahren kam die entscheidende Idee aus einer Umfrage der Bewohner der drei Ortsteile Hainchen, Himbach und Rommelhausen.

 Der Limes gibt ein Zeugnis von der römischen Epoche und Kultur, die sich nachhaltig auf die folgende kulturelle Entwicklung in Europa auswirkte. Er gesellt sich zu den bisher schon bestehenden 788 Kultur- und Naturwelterbestätten, von denen dreißig in Deutschland liegen. Das Bodendenkmal erfährt durch den Status des Welterbes eine erhöhte internationale Aufmerksamkeit. Daraus leiten sich zwar keine neuen Rechte ab. Aber die öffentliche Sorge in dem internationalen Rahmen wird das Ihre dazu beitragen, dass die Archäologische Denkmalpflege zukünftig bei Fragen des Schutzes, der Pflege und der Erhaltung des Limes leichter auf die Erhaltung der Substanz drängen kann. Vielleicht kommt es nun aber zur Zuteilung von Fördermitteln, die bei der Verwirklichung des Nachbaus des Römischen Wachpostens helfen.  

Vor dem Hintergrund der Auszeichnung des Limes zum Weltkulturerbe erhofft sich der GKL mehr Interesse durch Touristen an der östlichen Wetterau als Urlaubsregion. Schließlich lässt sich hier der Limes-Radweg hervorragend mit anderen touristischen Fahrrad-Routen kombinieren, wie zum Beispiel mit der Bonifatius Wander- und Pilgerroute oder der Apfelwein- und Obstwiesenroute. Dies steigert den Fremdenverkehr, Regionaltourismus und Freizeitwert unserer Region um ein Vielfaches und kann der Förderung des Einzelhandels und des Gaststättengewerbes nur dienlich sein. In diesem Zusammenhang ist der öffentlich geförderte Ausbau der touristischen Infrastruktur ein wichtiger Aspekt.  

Bei der langfristigen Erneuerung der archäologisch-geprägten Hinweisschilder am Limes wird man im Einvernehmen mit der Landesarchäologie auf den bereits langfristig vorbereiteten Limesentwicklungsplan Hessen zurückgreifen. Dieser sieht u. a. für die Tafeln einheitliche Formate und Texte in drei Sprachen vor, wie dies schon bei den Informationstafeln zur Bonifatius-Route gegeben ist. Außerdem werden die Schilder mit dem weltweit einheitlichen Sigel aller Weltkulturerbe-Denkmäler ausgewiesen.  

Als Zwischenziel sehen die Mitglieder des GKL seit Jahren ihre regelmäßigen, interessanten Führungen an unserem Teilstück des Limes. Sie sind hierfür bestens ausgebildet und in der Lage, sich sowohl auf Erwachsene als auch auf jüngere Besucher einzustellen. Schon viele Schulklassen schwärmen von ihrem Limes-Ausflug mit Lerneffekten. Die Führungen werden immer aktuell und praxisbezogen gehalten und sind auf die neue, weltweite Beachtung zugeschnitten. Sie folgen dem Lehrpfad der Gemeinde, der von den Naturschützern gepflegt wird, nicht nur archäologisch, sondern auf Wunsch wird auch Naturkundliches erläutert. Die nächste offene Führung startet am Sonntag, den 14. August 05, um 10 Uhr am Sportplatz Rommelhausen.  

Aktuelles und weitere Betätigungsfelder des GKL können Sie gerne unseren Schaukästen in Hainchen und Rommelhausen oder dem Internet entnehmen. Auch als Gast bei den monatlichen Vorstandssitzungen sind Sie uns herzlich willkommen. Neue Mitglieder werden immer gerne aufgenommen, denn gemeinsam kann man viel mehr bewegen. Die Mitglieder des GKL freuen sich darauf, von Ihnen angesprochen zu werden. Nehmen Sie teil an den Aktivitäten und der Freude an diesem erhaltenswerten Denkmal.

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